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Intradurale Tumoren

Was sind intradurale Tumoren?

Als intradurale Tumoren werden Geschwulstbildungen im Bereich der Wirbelsäule bezeichnet. Hierbei wird zwischen Tumoren im Bereich der Wirbelkörper (extradurale Tumoren) und Tumoren innerhalb der Rückenmarkshaut (intradurale Tumoren) unterschieden. Bei den intraduralen Tumoren werden zusätzlich Tumoren des Rückenmarkes (intramedulläre Tumoren) von Tumoren anderer Strukturen (extramedulläre Tumoren) abgegrenzt. Diese sind überwiegend gutartig und langsam wachsend. Nur ca. 15% der Tumoren des Zentralen Nervensystems (ZNS), also des Gehirns und des Rückenmarkes, finden sich im Bereich der Wirbelsäule. Zusätzlich sind Metastasenabsiedelungen anderer Tumoren (z.B. bei Brust- oder Prostatakrebs) an der Wirbelsäule möglich.

Symptome und Ursachen

Als Symptome können Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule sowie neurologische Ausfallserscheinungen wie z.B. Gefühlsstörungen, Kraftminderung oder Blasen-/Mastdarmstörungen, abhängig von der Lage des Tumors, auftreten. Da die intraduralen Tumoren in der Regel nur langsam wachsen, ist der Beginn der Beschwerden oft schleichend. Es können auch unspezifische Symptome wie Greif- oder Gangunsicherheit und dadurch bedingt häufige Stürze auftreten. Ohne Behandlung kann es im Verlauf zu einer Druckschädigung des Rückenmarkes bis hin zu einer Querschnittslähmung kommen. Je nach Lokalisation des Tumors sind Beschwerden im Bereich aller Extremitäten (bei Tumoren der Halswirbelsäule) oder nur der Beine (Im Bereich Brust- und Lendenwirbelsäule) möglich. Durch den langsamen Krankheitsverlauf und die unspezifischen Beschwerden kommt es im Durchschnitt erst 2-4 Jahre nach Symptombeginn zu einer Diagnosestellung.

Diagnose, Therapie und Operationsverfahren

Wie kann der Mediziner intradurale Tumoren feststellen?

Da die durch intradurale Tumoren hervorgerufenen Beschwerden im Anfangsstadium nur unspezifisch sind und auch durch eine Vielzahl anderer Erkrankungen ausgelöst werden können, ist in der Regel nur eine apparative Diagnostik Hinweis gebend. Neben einer Basisdiagnostik durch ein konventionelles Röntgenbild spielt hier die Magnetresonanztomographie (MRT) eine entscheidende Rolle. Hierbei können Weichgewebe, wie Muskeln, Bänder, Nervenstrukturen und und deren krankhafte Veränderungen gut beurteilt werden. Hierzu wird die Gabe von Kontrastmittel erforderlich, da dieses meisten Tumoren angereichert wird. Zusätzlich kann eine Computertomographie (CT) als ergänzende Diagnostik sinnvoll sein. Die Funktionsfähigkeit der Nervenstrukturen wird im Rahmen sogenannter Neurophysiologischer Tests untersucht, hierbei wird z.B. die Leitfähigkeit der Nervenbahnen oder die Muskulatur auf Denervation hin untersucht. Diese Untersuchungen werden auch während der Operation durchgeführt, um die Sicherheit zu erhöhen und im Verlauf wiederholt, um die Erholung der Funktion zu dokumentieren. Bei Verdacht auf Absiedlungen (Metastasen) im Bereich der Wirbelsäule bei nicht bekanntem Tumorleiden muss begleitend eine weitere Abklärung und Suche des Ursprungstumors in Zusammenarbeit mit einem Onkologen erfolgen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

1. Operativ:

Die Behandlung spinaler Tumoren erfolgt meist operativ. Nach Feststellung sollte möglichst frühzeitig die operative Entfernung erfolgen. Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors ohne Schädigung der Nervenstrukturen, um eine Entlastung der Nervenstrukturen zu erreichen. Dies gelingt durch die Verwendung eines hochleistungsfähigen OP-Mikroskopes, den Einsatz von speziellem Mikroinstrumentarium und unter standardmäßiger Nutzung eines sogenannten Neuromonitoring, bei dem die Nervenfunktion bei der operativen Behandlung lückenlos geprüft wird. Hierdurch kann die Sicherheit der Operation entscheidend erhöht werden. Je nach Tumorart, -größe und -lage ist eine teilweise oder sogar vollständige Entfernung der Wirbelbögen oder des Wirbelkörpers notwendig. Um eine hieraus folgende Instabilität der Wirbelsäule zu vermeiden, kommen in diesem Falle Implantate zur Stabilisierung (Schrauben-Stangensysteme und/oder ein künstlicher Wirbelersatz) zum Einsatz.

2. Bestrahlung:

Bei bösartigen Geschwülsten ist in der Regel eine postoperative Nachbestrahlung, fokussiert auf die betroffenen Wirbelsäulenabschnitte erforderlich.. Bei operativ nicht sinnvoll behandelbaren Tumoren kann in Einzelfällen auch eine alleinige Bestrahlung erwogen werden.

3. Chemotherapie:

Ähnlich wie bei der Bestrahlung kann eine begleitende Chemotherapie im Rahmen der operativen Behandlung, abhängig von der Tumorart, sinnvoll sein. Diese wird in onkologischen Spezialkliniken oder –praxen durchgeführt.

Prognose:

Die Prognose von Tumoren im Bereich der Wirbelsäule ist stark von der Tumorart, der Lokalisation und dem Stadium der Erkrankung abhängig und kann nicht pauschal beurteilt werden. Ein sehr wichtiges Kriterium ist jedoch die präoperativ vorhandene Schwere der neurologischen Ausfallserscheinungen. Beispiele:Neurinom Astrozytom Hämangioblastom.

Beispiele:

NeurinomNeurinom
Astrozytom
Astrozytom
HämangioblastomHämangioblastom
 

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