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Korrekturen von Wirbelsäulendeformitäten

Welche Deformitäten gibt es an der Wirbelsäule?

Die Skoliose (griechisch: skolios = krumm) ist eine Seitverbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Rotation der Wirbel. Die Wirbelsäule bildet dabei in der Regel mehrere, einander gegenläufige Bögen, die sich kompensieren, um das Körpergleichgewicht aufrecht zu erhalten (S-Form). Die Skoliose beim Menschen wurde erstmals schon in der Antike vom griechischen Arzt Hippokrates beschrieben und behandelt. Sie ist die bekannteste Deformität der Wirbelsäule.

Als Kyphose bezeichnet man die konvexe Krümmung der Wirbelsäule nach hinten. Ist sie unnatürlich stark ausgeprägt, spricht man auch von einem "Buckel". Die Kyphose findet sich natürlicherweise im Bereich der Brustwirbelsäule. Sie kann physiologisch (also normal) oder pathologisch (also zu stark) ausgebildet sein. Das Gegenteil der Kyphose ist die Lordose, die natürlicherweise an der Hals- und Lendenwirbelsäule vorkommt. In diesen Bereichen der Wirbelsäule ist dagegen eine Kyphose immer krankhaft.
Eine Spondylolisthese (griechisch), oder kurz: Olisthese, ist ein Wirbelgleiten. Dabei gleitet ein Wirbel über den anderen und es besteht eine Instabilität.

Wer ist von Wirbelsäulendeformitäten betroffen?

Deformitäten der Wirbelsäule können angeboren oder erworben sein. Dementsprechend gibt es Skoliosen oder Kyphosen schon bei Säuglingen und Kleinkindern. Ein weiteres typisches Alter für die Entwicklung von Skoliosen und Kyphosen ist die Adoleszenz, also das Alter zwischen 10 Jahren und Abschluss der Pubertät. Dabei sind viermal mehr Mädchen als Jungen von einer Skoliose betroffen. Insgesamt haben etwa 3 % der Bevölkerung eine Skoliose - das wären in einer Stadt wie Frankfurt (ca. 660.000 Einwohner) statistisch knapp 20.000 Betroffene.
Erwachsene können aber ebenso Deformitäten entwickeln. Begünstigend wirken hier Unfälle und Erkrankungen, die die Wirbelsäule destabilisieren. Schließlich gibt es noch Deformitäten im hohem Lebensalter, die durch schwere Abnutzungserscheinungen begünstigt werden.

Welche Ursachen hat die Skoliose?

Die Ursache der Skoliose ist in etwa 80% der Fälle unbekannt (so genannte idiopathische Skoliose). In diesen Fällen kann man anhand des Alters der Patienten bei der Erstmanifestation eine Säuglingsskoliose von der infantilen, juvenilen oder Adoleszentenskoliose unterscheiden. Die nicht seltene familiäre Häufung lässt in diesen Fällen auf eine gewisse (allerdings nicht dominante) Erblichkeit schließen. Aber auch biomechanische Faktoren, Störungen des zentralen Nervensystems, Hormon- und Wachstumsstörungen werden als Ursache diskutiert. Nur in den verbleibenden 20% findet sich eine nachweisbare Ursache für die Skoliose.
Folgende Ursachen können dann vorliegen:

  • Kongenitale Skoliose (Keilwirbel, Fehlbildung)
  • Neuropathische Skoliosen (Lähmungsskoliose)
  • Myopathische Skoliosen (Skoliosen bei Muskelerkrankungen)
  • Skoliose bei Systemerkrankungen (z. B. Neurofibromamatose)
  • Narbenskoliose
  • Posttraumatische und Destruktionsskoliose
  • Statische Skoliosen (Armamputationen, Beinlängendifferenzen etc.)
  • Schmerzskoliosen
  • Postrachitische Skoliosen

Eine kongenitale Skoliose kann als Folge von Segmentations- (Blockwirbel, unsegmented bar, etc.) oder Formationsstörungen (Viertelwirbel, Halbwirbel, Keilwirbel, etc.) oder als kombinierte Störungen auftreten.
Neuropathische Skoliosen entstehen als Folge von Lähmungen, wobei die Lähmungsskoliosen des 1. Motoneurons (z. B. infantile Zerebralparese (ICP), Friedreich Ataxie, Syringomyelie, Tetraplegie, etc.) und des 2 Motoneurons (Spinale Muskelatrophie (SMA), Poliomyelitis, Dysautonomie, Myelomeningozele etc.) unterschieden werden.
Myopathische Skoliosen sind Folge von Muskelerkrankungen wie Muskeldystrophien (z. B. Morbus Duchenne), der kongenitalen Hypotonie, der Myotonia dystrophica oder der Arthrogryposis multiplex congenita.
Narbenskoliosen können als eine Folge von Narbenzügen der umgebenen Weichteile nach operativen Eingriffen, Verletzungen oder Verbrennungen entstehen.

Welche Folgen können Deformitäten der Wirbelsäule haben?

Skoliosen und Kyphosen führen nach und nach zu strukturellen Veränderungen der Wirbelkörper mit Verlust der Beweglichkeit. Außerdem können Störungen im Bereich der inneren Organe, vor allem des Herzens und der Lunge, auftreten. Bei schweren Formen (Skoliosen über 60°) ist mit vermehrten Beschwerden und auch im Erwachsenenalter mit einer stetigen weiteren Krümmungszunahme zu rechnen.
Über 80° Krümmungswinkel beginnt eine Skoliose die Herz- und Lungenfunktion zu beeinträchtigen. Es kommt zur Verminderung der Atemkapazität sowie einer Rechtsherzüberlastung und häufig treten Schmerzen auf. Die Folgen sind eine deutlich eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und eine Einschränkung der Lebensqualität. Nicht zuletzt führen Deformitäten der Wirbelsäule zu teils erheblichen kosmetischen Entstellungen mit starker psychischer Belastung der Betroffenen.

Wie werden Deformitäten der Wirbelsäule erkannt?

Die Diagnose einer Wirbelsäulendeformität wird mit Hilfe von Röntgenbildern gestellt. Auf speziellen Röntgenbildern der gesamten Wirbelsäule, die stehend aufgenommen werden, wird der sog. Krümmungswinkel nach Cobb gemessen. Zur operativen Planung sind regelhaft weitere Aufnahmen erforderlich. Diese Aufnahmen werden in Seitbeugung durchgeführt und benötigt, um die Korrekturfähigkeit der Skoliose vor der Operation abzuschätzen. Speziell bei komplexen Skoliosen (z. B. kongenitale Skoliosen, neuropathische oder myophatische Skoliosen) können weiterführende Untersuchungen wie eine Kernspin- oder Computertomographie notwendig werden.

Wichtig ist bei Kindern und Jugendlichen eine frühzeitige Erkennung der Deformität, um eine geeignete Therapie fest zu legen und eine Operation zu verhindern. Die Früherkennung ist nicht schwer. Wir verweisen auf einen einfachen Test, der ohne jeden technischen Aufwand von allen Eltern vorgenommen werden kann. Folgendes ist dabei zu tun:

  • das Kind beugt den nackten Oberkörper nach vorne
  • die Eltern betrachten von vorne aus den Rücken des Kindes und achten darauf, ob der Rücken beiderseits der Wirbelsäule gleich hoch ist.

Wenn sich eine Rückenhälfte wölbt (Lendenwulst oder Rippenbuckel) - wobei die andere meist besonders flach erscheint (Rippental) -, besteht der Verdacht auf eine Verdrehung der Wirbelsäule und damit auf eine Skoliose.

Wie wird eine Skoliose behandelt?

Je eher eine Skoliose erkannt wird, umso größer sind die Chancen sie erfolgreich zu behandeln. Von einer behandlungsbedürftigen Skoliose spricht man ab einem Krümmungswinkel von 10°, wobei bis zu einem Winkel von 20° Krankengymnastik zur Therapie ausreicht. Für Patienten mit kleineren Verbiegungen im jüngeren Lebensalter empfiehlt sich die Behandlungsmethode nach VOJTA, nach dem 10. Lebensjahr und auch für Erwachsene eignet sich die dreidimensionale Skoliosebehandlung nach SCHROTH.
Zwischen 20° und 30° ist besonders im Hauptwachstumsalter neben der Krankengymnastik eine Korsettversorgung notwendig. Mit dem Korsett werden Krümmungen, Rippenbuckel und Lendenwulst durch Druckzonen korrigiert. Gegenüber den Druckzonen befinden sich im Korsett Öffnungen, damit der Rumpf auf die andere Seite ausweichen kann. Ein Korsett ist dann wirksam, wenn es korrekt gefertigt ist und täglich getragen wird. Nach Abschluss des Knochenwachstums werden die Tragzeiten reduziert. Zusätzlich empfiehlt sich ein Rehabilitationsaufenthalt in einer Spezialklinik.
Ab 30° hängt der Behandlungsweg davon ab, wie alt der Patient ist und welche Skolioseursache vorliegt. Ab ca. 50° wird regelhaft eine operative Therapie der Skoliose erforderlich. Bei früh auftretenden Verkrümmungen oder bei angeborenen Wirbelsäulenverbiegungen ist eine Operation auch schon bei geringeren Krümmungswinkeln gerechtfertigt. Dies gilt insbesondere auch für Kinder mit Nerven- und Muskelerkrankungen (neuropathische und myopathische Skoliosen).

Welche Operationen werden für die Korrektur von Deformitäten angewandt?

Die operative Korrektur einer Wirbelsäulendeformität ist ein komplexer Eingriff, der entsprechend geplant und nur von sehr erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen durchgeführt wird. Abhängig vom Ausmaß der Deformität können die Operationen nur von vorn oder nur von hinten durchgeführt werden. Bei sehr ausgeprägten oder steifen Deformitäten ist manchmal auch ein kombiniertes Vorgehen mit zwei Operationen (von vorn und von hinten) notwendig, um eine ausreichende Korrektur zu erzielen. Zum Einsatz kommen Schrauben-Stab-Systeme aus Titan, die an den Wirbeln befestigt werden. Aufgrund deren guter Verankerung im Knochen und der hohen Stabilität ist typischerweise nach der Operation kein Korsett notwendig.

Werden Korrekturen von Deformitäten an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main durchgeführt?

Wir haben eine langjährige Erfahrung in der konservativen und operativen Behandlung von Wirbelsäulendeformitäten. Gern beraten wir Sie bezüglich dessen in einem persönlichen Gespräch.

Fallbeispiel Skoliose 1Fallbeispiel Skoliose 1
Fallbeispiel Skoliose 2Fallbeispiel Skoliose 2
 

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