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Computernavigation

Was versteht man unter "Computernavigation" im OP?

Bei der Computernavigation werden die Instrumente, die der Chirurg in der Hand hält, auf einem Bildschirm dargestellt und ähnlich wie auf der Landkarte eines Auto-Navigationssystems auf den Röntgen- oder CT-Bildern des Patienten eingeblendet. So weiß der Chirurg zu jedem Zeitpunkt, an welcher Stelle sich das Instrument im Körper des Patienten befindet.

Computernavigierte Operation
Abbildung: Beispiel einer computernavigierten Operation. Das Instrument, das der Chirurg in der Hand hält (grün), wird online in die CT-Bilder des Patienten hineinprojiziert. Der Chirurg kann die Platzierung in allen Ebenen gut verfolgen. Die vorher geplante Pedikelschraube (rot) liegt in einem schmalen Knochenabschnitt neben dem Rückenmarkskanal.
 

Welche Vorteile bietet die Computernavigation im OP?

Mit Hilfe der Computernavigation ist es möglich, Instrumente und Implantate sehr viel genauer zu führen und zu platzieren. Der Chirurg weiß zu jedem Zeitpunkt, wo sich die Instrumentenspitze befindet, auch wenn er sie nicht direkt sehen kann. Dies erhöht die Sicherheit bei Operationen, wo es auf eine Genauigkeit im Zehntelmillimeterbereich ankommt, enorm.
Weiterhin werden durch diese Technologie hochpräzise Eingriffe mit minimal-invasiven Methoden möglich, da auf eine Freilegung der operierten Körperstrukturen verzichtet werden kann.
Das System arbeitet in Echtzeit, es gibt sozusagen eine "'Live"-Darstellung der OP-Situation. Eine kurze Unterbrechung der Operation zur Röntgenkontrolle der Instrumentenposition, wie sie normalerweise vorgenommen wird, ist somit sehr viel seltener notwendig. Dadurch kann die Strahlenbelastung und bei erfahrenen Teams sogar die OP-Dauer reduziert werden.

Wie funktioniert eine Computernavigation?

Ein Computernavigationssystem besteht aus zwei Infrarotkameras, reflektierenden Markerpunkten auf den chirurgischen Instrumenten und auf dem Patienten sowie einem leistungsfähigen Rechner mit Monitor. Damit ist das System in der Lage, die Instrumente des Chirurgen und den vor ihm liegenden Patienten zu "sehen" und im dreidimensionalen Raum zu orten.

Welche Technologie wird an der BGU Frankfurt am Main angewendet?

An der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main werden derzeit Navigationssysteme der Firma BrainLab mit Sitz in München verwendet. Als eine der ersten Firmen, die sich auf computerunterstütztes Operieren spezialisiert haben, gehört BrainLab aufgrund der jahrelangen Erfahrung heutzutage zu den führenden Anbietern auf diesem Gebiet.
Die hohe Qualität und Sicherheit der Produkte führte dazu, dass BrainLab Systeme durch die Arbeitsgemeinschaft Osteosynthese (AO), einem führenden weltumspannenden Netzwerk auf dem Gebiet der orthopädischen Chirurgie, zertifiziert wurden.

Sind mit der Computernavigation Risiken für den Patienten verbunden?

Nein. Das System arbeitet mit Infrarotstrahlung, ohne Röntgenstrahlung. Die Anbringung der Markerreflektoren hinterlässt keinerlei Spuren, die Marker werden noch während der Operation wieder entfernt.

Was passiert, wenn das Computersystem nicht richtig funktioniert?

BrainLab Systeme sind auf eine hohe Betriebssicherheit und einfache Bedienbarkeit ausgelegt. Computerabstürze kommen bei diesen Systemen so gut wie nie vor. Während der Operation prüft der Operateur ständig, ob die angezeigten Bilder plausibel sind. Eine denkbare Fehldarstellung kann so sofort erkannt und korrigiert werden. Falls dennoch eine Unsicherheit bestehen sollte, sind alle Operateure der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt in der Lage, die Operation sofort auch ohne die Hilfe der Computernavigation fortzuführen.

Bei welchen Operationen ist Computernavigation sinnvoll?

Die Computernavigation ermöglicht die hochpräzise Führung und Darstellung von Instrumenten in verborgenen Körperabschnitten. Aus technischen Gründen ist dies derzeit nur bei Operationen am Knochen möglich. Eine Computernavigation ist immer dann sinnvoll, wenn ein dem Operateur verborgener Knochen mit Instrumenten mit höchster Präzision bearbeitet werden muss, zum Beispiel bei der Implantation von Knochenschrauben in der Nähe von Nerven oder Blutgefäßen.
Ein Standardverfahren in der Wirbelsäulenchirurgie ist beispielsweise die Stabilisierung mit so genannten Pedikelschrauben, die von hinten in den Wirbelkörper eingebracht werden. Das Problem dabei ist, dass hierbei der Rückenmarkskanal in unmittelbarer Nachbarschaft liegt und durch eine Fehlplatzierung der Schraube gefährdet ist. An manchen Abschnitten der Wirbelsäule ist die sichere Zone zur Platzierung dieser Schrauben nur 3-4 mm breit. Die Computernavigation bietet hier auch dem erfahrenen Operateur eine zusätzliche Sicherheit.
Andere Anwendungen betreffen die Verschraubung im Beckenbereich oder die Entfernung von Knochentumoren im Bereich des Beckens, die vor der OP präzise geplant werden können.

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